Herzlich Willkommen auf dem Blog der MEG Milch Board

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und Kommentieren.


Milch Board hat die Meinungsführerschaft

Als die MEG Milch Board im März 2015 die die RoadMap Milch&Markt auf den Weg brachte hatte sie vor allem das nahende Quotenende im Blick. Besonders die ungleiche Machtverteilung auf der Beziehungsebene Erzeuger  zu Molkerei gab Grund zur Sorge. Folgende Forderungen beinhaltet die RoadMap Milch&Markt:

  • 1. Vertragspflicht für alle Milcherzeuger
  • 2. staatlich forcierte Bündelungsoffensive in Milcherzeugergemeinschaften
  • 3. Andienungspflicht reformieren
  • 3. Dialog fördern
   

Dabei wurde offen kommuniziert, die deutschen Milcherzeuger stellen sich den Chancen und Risiken  eines liberalisierten Milchmarktes. Um jedoch auch von den Chancen profitieren zu können, müssen die Hindernisse für die Wirksamkeit eines funktionierenden Wettbewerbs beseitigt werden. Verbindliche Regeln müssen künftig verhindern, dass ausschließlich  die Milcherzeuger die Risiken dieses Marktes tragen.

 

Genau ein Jahr später haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt, der Markt ist außer Kontrolle, eine Ende der Krise nicht absehbar.  Seit einigen Wochen beobachten wir nun wie sich die politische Diskussion den Forderungen der MEG Milch Board annähert. Aus allen Ecken tönt die Forderung nach einer Neureglung der Lieferbeziehungen zwischen Erzeugern und Verarbeitern. Dies ist ein riesiger Erfolg  für die MEG Milch Board, welche das Thema mit der RoadMap gesetzt hatte !

 

Es birgt aber auch Gefahren! Wer von Neuregelungen der Lieferbeziehungen spricht, kann dabei vieles meinen. Für die MEG Milch Board gelten dabei maßgeblich zwei Regeln:

1. Die Diskussion muss sich an den vier Eckpfeilern der RoadMap Milch&Markt orientieren.

2. Am Ende müssen die Milcherzeuger gestärkt aus dem Meinungsfindungsprozess hervorgehen.

 

Eine muss aber in der aktuellen Situation immer hervorgehoben werden: Die Neuregelung der Lieferbeziehungen auf der Basis einer vertragsgebundenen Milcherzeugung führt zu einer gerechteren Verteilung der Wertschöpfung innerhalb der Erzeugungskette Milch, sie ist aber kein wirksames Kriseninstrument. Sobald Absatzmärkte verloren gehen und Übermengen  den Markt belasten, geraten die Milcherzeuger sofort in die Defensive. Mengenreduzierung im extremen Krisenfall sollte deshalb Aufgabe des Staates bleiben. Vorschläge für geeignete Maßnahmen liegen mittlerweile auf dem Tisch!

0 Kommentare

Keine Bürger zweiter Klasse 

Mit großem Interesse nimmt die MEG Milch Board die zunehmende Dynamik in der Diskussion um die Neuausrichtung der Lieferbeziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien zur Kenntnis.  Die MEG Milch Board hat dieses Thema kurz vor dem Auslaufen der Quotenregelung mit der Veröffentlichung der RoadMap Milch & Markt gesetzt. Sie kann zurecht stolz darauf sein, dass  es mittlerweile breit und verbandsübergreifend diskutiert und favorisiert wird.

 

Je mehr Parteien sich allerdings an einer Diskussion beteiligen, desto größer wird auch die Gefahr, dass die eigentlichen Ziele verschwimmen. Peter Guhl, erster Vorsitzender der MEG Milch Board: "Im Moment tragen allein die Milcherzeuger das Marktrisiko. Jede Reform muss deshalb vorrangig darauf abzielen die Position der Milcherzeuger zu verbessern. Das Milch Board setzt hier konsequent auf die Eckpunkte Markt und Wettbewerb." Dabei hat der Milchmarkt aus Sicht der MEG Milch Board vor allem ein Strukturproblem. Guhl: "Das klassische Genossenschaftsmodell mit seiner starren Andienungspflicht verhindert jede Form von Wettbewerb um die Rohmilch. Der schönste Vertragsentwurf ist nichts wert, wenn der Milcherzeuger nicht frei entscheiden kann, wohin er seine Milch verkaufen möchte."

 

Hochgradig gefährlich ist für Guhl der Vorschlag die genossenschaftliche Andienungspflicht beizubehalten aber im Gegenzug die Abnahmegarantie aufzuweichen. Wer dies fordert stürze die Milcherzeuger noch stärker in die Abhängigkeit und öffne der Einführung einer Molkereiquote  Tür und Tor.

"Auch für die vertragsgebundene Milcherzeugung muss die Gesetzmäßigkeit  der Vertragsfreiheit gelten. Das deutsche Zivilrecht erlaubt es jedermann Verträge zu schließen und sowohl hinsichtlich des Vertragspartners als auch des Vertragsgegenstandes frei zu bestimmen.  Milcherzeuger sind keine Bürger zweiter Klasse!"

 

 

1 Kommentare

MMI 1/2016: Krise auf dem Milchmarkt wird nicht erkannt

Die Auswertungen der MEG Milch Board identifieren die aktuelle Krise als eine der schlimmsten der jüngeren Geschichte. Das scheint aber in der Öffentlichkeit kaum jemanden zu interessieren.

 

Hier sind die Zahlen im Einzelnen: Die Milcherzeugungskosten betrugen im Oktober 2015 44,37 Cent, und der Milch Marker Index liegt bei 107 Punkten. Im Vergleich zum Stand im Juli 2015 (108) sind die Milcherzeugungskosten also geringfügig gesunken. Da aber der Milchauszahlungspreis im letzten Vierteljahr auf 29,01 Cent um weitere 0,4 Cent je kg Milch gesunken ist, verschlechterte sich die Preis-Kosten-Ratio um einen weiteren Punkt auf 0,65. Die Schere zwischen den Kosten und Erlösen ging für die Milcherzeugungsbetriebe in Deutschland also noch weiter auf. Die Betriebe versuchten zwar die fallenden Erlöse durch eine weitere Senkung der Kosten zu kompensieren; da aber auch die Milchauszahlungspreise in Deutschland weiter nachgaben, verschlechterte sich ihre ohnehin schon dramatische wirtschaftliche Lage weiter.

 

Dabei sind alle Regionen in Deutschland gleichermaßen betroffen. Zwar öffnete sich besagte Schere zwischen den Kosten und Erlösen für die Milchviehbetriebe in den nördlichen und östlichen Bundesländern noch weiter. Im letzten Vierteljahr fielen die Milchauszahlungspreise insbesondere in Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern weiter ab (um etwa 0,9 Cent auf 27 bis 28 Cent). Doch ist die Kostenunterdeckung in den südlichen Bundesländern strukturbedingt noch stärker ausgeprägt - auch wenn sich die Auszahlungspreise im letzten Vierteljahr zwischen 30 und 31 Cent hielten.

 

Mehr erfahren Sie hier:

 

0 Kommentare

Milch der MEG Milch Board zum Milchmarkt

Der Vorstandsvorsitzende der MEG Milch Board Peter Guhl äußert sich zu den Ergebnissen einer von der MEG Milch Board in Auftrag gegebenen Studie zur Wertschöpfung von Molkereien und untermauert die Forderungen der RoadMap Milch & Markt. Ziel des Videos ist es, die Zusammenhänge am Milchmarkt aus Sicht der marktorientierten Milcherzeuger zu erklären.

Hier geht es zum Video:

 

0 Kommentare

Studie zur Wertschöpfung der Molkereien

Im Auftrag der MEG Milch Board hat das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft die Wertschöpfung von ausgewählten Molkereien untersucht.

 

Folgendes Fazit kann gezogen werden:

 

  • Genossenschaftliche Großmolkereien mit hohen Verarbeitungsmengen und niedriger Wertschöpfung prägen das Niveau der Milchauszahlungspreise.
  • Molkereien mit höherer Wertschöpfung können zum Teil dramatisch hohe Rücklagen bilden.
  • Die Molkereien reichen die erwirtschaftete Wertschöpfung nicht an die Erzeuger weiter.
  • Es sind keine Zusammenhänge zwischen Wertschöpfung und Auszahlungspreis erkennbar.
  • Durch Ausrichtung auf Export und austauschbare Massenprodukte erreichen genossenschaftliche Großmolkereien nur eine geringe Wertschöpfung (Grund ist nicht, wie oft angeführt, die Abnahmeverpflichtung).
  • Dies bringt sie in schwieriger Marktsituation in eine doppelte Schwächeposition (auf Export‐ und Binnenmarkt), entsprechend haben sie weder von der Wertschöpfung noch von der Kostenseite her eine Verteidigungslinie gegenüber dem Handel.

 

Hier erfahren Sie mehr>

 

 

0 Kommentare